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Mobile Kindersozialarbeit:
In jedem Fall nötig

Mobile Kindersozialarbeit ist ein unverzichtbares Erfolgsmodell, dafür gibt es viele Beispiele. Eines davon ist der Fall Jan. Der Junge war damals zehn Jahre alt und auf dem besten Weg, zu einem Außenseiter zu werden. Er war aggressiv, fiel durch Diebstähle auf, hatte keine Freunde, wurde vom Schulunterricht ausgeschlossen. Nach vielen Gesprächen öffnete er sich schließlich einer Sozialpädagogin. Es stellte sich heraus, dass sein Vater früh verstorben war, was ihn sehr belastete. Zudem hatte er Verwandte im Gefängnis, die er oft besuchte. Auch das machte ihm zu schaffen. Seither ist viel passiert. Jan hat neue Freunde gefunden, die er zu einzelnen Treffen mitbringt. Sein Leben fühlt sich nun anders an und er ist auf einem guten Weg. Ein Beispiel von vielen, das stellvertretend für all die Begegnungen steht, die unsere Fachkräfte im Rahmen des Projekts Mobile Kindersozialarbeit erlebt haben. Das Konzept hat sich an allen vier Standorten (Freiberg, Weilimdorf, Fasanenhof, Möhringen) bewährt, der dauerhafte Bedarf für Mobile Kindersozialarbeit ist gleichfalls vorhanden. Woran es fehlt ist eine Regelfinanzierung, um diese wertvolle Arbeit fortführen zu können. Nötig ist sie in jedem Fall.

Double Soccer: Fußball hoch zwei

Was 2015 mit einem Testturnier in Degerloch begonnen hat, geht in diesem Herbst aufgrund der großen Nachfrage und des durchschlagenden Erfolgs nun bereits in die dritte Runde: Unser Projekt Double Soccer, mit dem wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Bei diesem speziellen Fußballturnier spielen die Teams im Wechsel mit einem realen Ball in der Halle und virtuell auf einer Playstation. Die Idee hinter dieser Kombination ist, dass die Jugendlichen verschiedene Talente zeigen und damit auf unterschiedliche Weise Wertschätzung erfahren können. Wer kein guter Fußballer ist, kann als geschickter Gamer punkten. Dieses Angebot für alle Stadtteile kommt bestens an bei unserer Zielgruppe.

Auch über WhatsApp erreichbar

Im Zeitalter der sozialen Netzwerke und Medien kann es sich eine Einrichtung wie die Mobile Jugendarbeit kaum noch leisten, auf diese Art der Kommunikation und Kontaktaufnahme zu unseren Jugendlichen zu verzichten. E-Mails oder SMS-Nachrichten bleiben meist unbeantwortet – diese Medien sind out bei Jugendlichen. Wir haben daher im Februar 2017 ein Pilotprojekt bei der eva begonnen, um in einem einjährigen Versuch Erfahrungen mit der Nutzung des insbesondere bei Jugendlichen weit verbreiteten Messenger-Dienstes WhatsApp zu sammeln.
Sollte sich zeigen, dass WhatsApp ein unverzichtbares Kommunikationsmittel bei unserer Arbeit ist, wird sich die Frage stellen, ob und wie wir unsere Mitarbeitenden mit Smartphones ausstatten können.